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Chronik der Gollwitzer-Meier-Klinik


Die Entwicklung der modernen Kardiologie ist mit der Geschichte des Staatsbades Bad Oeynhausen eng verbunden. Die Anfänge reichen bis in das Jahr 1930 zurück. Auf Initiative des damaligen Kurdirektors Jordan wurde in enger Kooperation mit der Universität Hamburg ein balneologisches Institut errichtet. Es sollte sich der wissenschaftlichen Erforschung der Wirkung von Kurmitteln auf den menschlichen Organismus widmen.

Nach dem Tode des ersten Direktors des Instituts, dem Pharmakologen Professor Dr. Bornstein von der Universität Hamburg, wurde Frau Professor Dr. Klotilde Gollwitzer-Meier mit der Leitung des balneologischen Instituts betraut.

Als wissenschaftlich ausgewiesene Schülerin berühmter Kreislaufforscher galt ihr Interesse vor allem der Erforschung der Physiologie des Herz-Kreislauf-Systems. Durch zahlreiche Publikationen erwarb sich das Institut unter ihrer Leitung einen hervorragenden wissenschaftlichen Ruf.
 

Prof. Dr. Klothilde Gollwitzer-Meier

Nach dem Kriege entwickelte Frau Professor Gollwitzer-Meier ein neues Konzept für einen geplanten Neubau des Instituts auf dem Gelände des alten Badehauses II. Hier sollte klinische, physiologische und balneologische Forschung im Verbund unter einem Dach betrieben werden.

Die Fertigstellung des Neubaus hat sie leider nicht mehr erlebt, Frau Professor Gollwitzer-Meier verstarb am 2. März 1954. Das neue Institut wurde am 27. Juli 1955 eröffnet. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen zollte mit der Namengebung „Gollwitzer-Meier-Institut“ den Verdiensten der Forscherin den gebührenden Dank.

 
In den folgenden Jahren blieben kardiologische Fragestellungen auf der Agenda des Instituts. Professor Dr. L. Delius setzte als Leiter der klinischen Abteilung einen Schwerpunkt auf die Erforschung psychosomatischer Zusammenhänge bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der langjährige Schüler von Frau Professor Gollwitzer-Meier, Professor Dr. E. Witzleb, führte die physilogischen Forschungsarbeiten weiter.

Regelmäßige Bad Oeynhausener Gespräche mit international renomierten Wissenschaftlern förderten den Ruf des Gollwitzer-Meier-Instituts als einer wichtigen kardiologischen Forschungsstätte.


Im Jahre 1973 wurde der damalige Oberarzt der Kardiologischen Klinik der Universität Düsseldorf, Professor Dr. med Ulrich Gleichmann, durch den Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen zum Direktor des Gollwitzer-Meier-Instituts des Staatsbades Bad Oeynhausen bestellt.

Auf seinen Vorschlag wurde das Institut in eine kardiologische Fachklinik umgewandelt. Bei dieser Entscheidung trug das Land der Tatsache Rechnung, dass Herz-Kreislauf-Krankheiten seit Jahrzehnten unveränderten an der Spitze der BUND-Statistik der meist verbreiteten Krankheiten in Deutschland standen.

Die schon von Professor Delius begonnene Einbeziehung von Herz-Kreislauf-Patienten in eine aktive Bewegungstherapie wurde unter der Leitung von Prof. Dr. med. Ulrich Gleichmann in ein kardiologisch fundiertes Konzept zur umfassenden, mehrdimensional angelegten Nachsorge von Herz-Kreislauf-Kranken weiterentwickelt.

Bereits zwei Jahre nach der Umstrukturierung arbeitete das Gollwitzer-Meier-Institut kostendeckend. Die Zahl der stationär versorgten Patienten stieg von rund 1.100 im Jahre 1974 auf über 2000 im Jahre 1983 an. Die Zahl der ambulant behandelten Patienten wuchs von 650 im Jahre 1973 auf über 2.400 im Jahre 1983. Der Nutzungsgrad lag jährlich weit über 90%.

Vor dem Hintergrund eines unablässig wachsenden Bedarfs an Herzoperationen und langer Wartelisten setzte sich Prof. Gleichmann von Beginn seiner Tätigkeit als Direktor des Gollwitzer-Meier-Institutes für den Aufbau einer herzchirurgischen Abteilung in Bad Oeynhausen ein.

Der Diabetesverein als Träger der seit 1965 in Bad Oeynhausen bestehenden Diabetesklinik erklärte sich bereit, dem Land für die Errichtung eines Herzzentrums ein Grundstück zur Verfügung zu stellen. Von der daraufhin durch das Land Nordrhein-Westfalen und dem Diabetesverein 1980 gegründeten Krankenhausbetriebsgesellschaft wurde die Planung für das neu zu errichtende Herz- und Diabetes- Zentrum zügig vorangetrieben, sodass bereits am 1.10.1981 mit dem Neubau begonnen werden konnte.

Nach nur dreijähriger Bauzeit nahm das Herz- und Diabetes-Zentrum Nordrhein-Westfalen, das neben einer kardiologischen und einer kardiochirurgischen auch eine kinderkardiologische und eine diabetologische Klinik sowie Institute für Labor-,Transfusions- und Nuklearmedizin umfasste, seinen Betrieb auf.

Die kardiologische Klinik des Gollwitzer-Meier-Instituts zog unter der Leitung von Prof. Gleichmann in das neue Herz- und Diabetes-Zentrum Nordrhein-Westfalen um. Das Gebäude des Gollwitzer-Meier-Instituts stand für einige Jahre leer.

Unter der Tatkraft von Professor Dr. Reiner Körfer entwickelte sich die herzchirurgische Klinik in Bad Oeynhausen mit großen Programmen für Herztransplantation und Kunstherzsysteme in wenigen Jahren zu einer der größten kardiochirurgischen Zentren in Europa.

Es ergab sich in direkter Nachbarschaft des Herzzentrums ein großer und wachsender Bedarf in der Mitbehandlung von Patienten in der Zeit vor und nach großen Operationen und Eingriffen am Herzen sowie insbesondere für die Rehabilitation von frisch operierten Herzpatienten.

Auf dem Grundstock des alten Gollwitzer-Meier-Instituts entstand nach grundlegenden Um- und Neubauarbeiten die neue Gollwitzer-Meier-Klinik. Träger der Gollwitzer-Meier-Klinik GmbH Bad Oeynhausen sind das Land Nordrhein-Westfalen (60%) und die Stadt Bad Oeynhausen (40%).

Unter der Leitung des 1. Oberarztes von Prof. Gleichmann, Dr. med. H.M. Mertens, und dem Geschäftsführer W. Henneking entwickelte sich die Gollwitzer-Meier-Klinik seit ihrer Neugründung im September 1987 zu einer der führenden kardiologischen Rehabilitationskliniken in Deutschland mit heute 215 Betten, wovon seit Januar 1991 30 Betten im Krankenhausplan des Landes Nordrhein-Westfalen enthalten sind.

Durch die gleichzeitige Vorhaltung von Klink- und Rehabilitationsbetten unter einem Dach wird modellhaft die frühestmögliche Übernahme von Patienten nach Herzoperationen, nach Infarkt, nach Operationen der großen Gefäße sowie nach Herztransplantation ermöglicht und der Übergang in die Rehabilitationsbehandlung flexibel und ohne Therapielücken gewährleistet.

Baulich und apparativ wurde die Gollwitzer-Meier-Klinik durch Reinvestition verfügbarer Mittel immer in einem strukturell und optisch modernen Zustand gehalten. So wurden die Patientenzimmer-Bereiche erweitert, eine neue Sporthalle für die Herzpatienten errichtet, der Eingangs- und Empfangsbereich sowie der Speisesaal neu gestaltet und eine Cafetaria zu Nutzung für unsere Patienten und ihrer Besucher integriert.

Heute versorgt die Gollwitzer-Meier-Klinik etwa 3.500 Patienten pro Jahr, in der weiterbehandelten Akutmedizin sowie in der stationären und sofern für die Patienten möglich auch ambulanten Rehabilitation.

Zwischen dem Herz- und Diabetes-Zentrum Nordrhein-Westfalen und der Gollwitzer–Meier-Klinik bestehen ein ständiger Erfahrungsaustausch und eine enge Kooperation.

Mit gewachsener Kompetenz setzt die Gollwitzer-Meier-Klinik die Tradition ihrer Namensgeberin Frau Professor Gollwitzer-Meier fort im Sinne einer modernen wissenschaftlich fundierten Herz-Kreislauf-Medizin.